Entstehung der Heilmethode
Sebastian Kneipp (1821–1897) gilt als Gründer der modernen ganzheitlichen Medizin. Pfarrer Kneipp war Experte in natürlichen Heilmethoden, und erlangte sein gesamtes Wissen aus eigener Erfahrung. Den Ausschlag gab die Heilung einer Tuberkulose mit Naturheilmitteln, woraufhin Kneipp diesen Weg weiterferfolgte und zu seinem Ruhm gelangte.
Das Wirken Kneipp´s liegt zwar schon über 100 Jahre zurück, ist aber aktueller den je beim Vorbeugen und Heilen der heutigen Zivilisationskrankheiten (Bluthochdruck, Kreislaufbeschwer-
den, Arteriosklerose der Herzkranzgefäße, usw). Vor allem die Arteriosklerose kann je nach befallenem Organ schwere Störungen zur Folge haben.
Das Hauptproblem zu Kneipp´s Zeiten waren vor allem Infektionskrankheiten, welche besonders bei Kindern zu einer hohen Sterblichkeit führten. Bis zur Entdeckung des Antibiotoka endeten auch Lungenentzündungen meist mit dem Tod.
Kneipp war 28 Jahre alt als er selbst an Tuberkulose erkrankte. Die Ärtzte hatten ihn bereits aufgegeben, er aber widersetzte sich diesem Todesurteil und begann selbst ärtztliche Literatur zu studieren.
Dabei entdeckte er ein Buch über Wassertherapie, der zu dieser Zeit berühmten deutschen Ärtztebrüder Hahn.
Kneipp begann an sich selbst diese Therapie zu versuchen. Er lief im Winter jeden Tag ans Ufer der Donau, wo er schweißgebadet für ein paar Sekunden in den Fluß stieg. Anschließend kleidete er sich ohne abzutrocknen wieder an und lief nach Hause zurück.
Nach drei Monaten klangen die Beschwerden schon ab, und nach sechs Monaten war er geheilt. Fortan hatte er nie mehr Beschwerden mit der Lunge.
Was war geschehen? Kneipp hatte die Wirkung der Kaltwasseranwendungen auf das Immunsystem und den Kreislauf entdeckt.
Dieses Prinzip wird übrigens zu einem späteren Zeitpunkt auch von der modernen Wissenschaft bestätigt.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung mit der Kneipp Therapie ist ein warmer Organismus. Aus diesem Grunde ist Kneipp den Weg von zu Hause ans Ufer der Donau gelaufen, bevor er sich dann ins kalte Wasser begab. So gesehen ist unsere Abneigung gegen kaltes Wasser eigentlich unbegründet.